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FlexiRet#

Flexible Elektronik für kabellose Weitfeld–Retina Implantate

FlexiRet ist ein vom BMBF gefördertes interdisziplinäres Verbundvorhaben.

Das Gesamtziel des Vorhabens FlexiRet ist es, ein ganzheitliches Konzept zum prothetischen Sehen bis zum funktionstüchtigen Demonstrator zu entwickeln. Das Konzept setzt auf eine minimalinvasive Vorgehensweise, die den Einsatz auch an Patienten mit nur teilweisem Verlust der Sehkraft sowie die individuelle Anpassung an die Einschränkung des einzelnen Patienten erlaubt. Es sollen explizit von Beginn an die Langzeitstabilität des Implantats in wässriger Umgebung sowie die Biokompatibilität berücksichtigt werden.

Beim Implantat verfolgen wir folgenden Ansatz:

Das Implantat besteht aus einem mosaikartigen Array gedünnter Photodioden auf Siliziumbasis mit integrierten Dünnschicht-Stimulationselektroden, welches mit einem Foliensubstrat kombiniert ist. Bezüglich der Dicke des Siliziums ist ein Kompromiss zwischen mechanischer Flexibilität und ausreichender Photonenausbeute zu finden. Das Implantat wird mittels spezieller dünner Implantatkapselungsschichten versehen, um die Implantatelektronik vor der feuchten Umgebung im Auge zu schützen. Es ist das Ziel von FlexiRet, geeignete Schichtkombinationen zu entwickeln und zu testen.

Die biomedizinische Effizienz des Konzeptes und der erarbeiteten Prototypen wird in der Augenklinik Sulzbach mit 20 Jahren Forschungserfahrung mit Retinaimplantaten untersucht und bewertet. Herzstück ist die elektrophysiologische pseudo in-vivo Untersuchung an exzidierter Retina in einer speziellen Kulturkammer (superfundierte Vertebraten-Retina). Diese kann auf diese Weise unter annähernd physiologischen Bedingungen bis zu 36 Stunden kultiviert und zur elektrophysiologischen Evaluierung von Retinaimplantaten genutzt werden und stellt einen guten Ersatz für Tierversuche dar.

 

Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmenprogramm der Bundesregierung für Forschung und Innovation 2016 bis 2020 "Mikroelektronik aus Deutschland –Innovationstreiber der Digitalisierung" (Förderkennzeichen 16ES0783) gefördert. Der Autor ist verantwortlich für den Inhalt dieses Internetauftritts.